So ein Buch, so wunderschön wie dieses…

1. Oktober 2010

Ich bin begeistert. Entzückt. Schmelze dahin vor freudvoller Fassungslosigkeit.

Der Grund? Ein Buch, natürlich. Nein, eigentlich sind es sogar drei Bücher, aber dazu gleich noch mehr.

Gestern jedenfalls, gestern zog unser DPD-Fahrer aus all den Paketen in seinem großen Lieferwagen nicht einfach nur ein kleines Päckchen für mich, sondern ein Kleinod. Ein großes Kleinod, zugegeben, denn das Format des Buches ist ein veritables Bildbandformat.

Wie? Ich soll endlich sagen, worum es geht? Na gut: „Hollywood in den 30er Jahren“ heißt das Schmuckstück, und es ist das dritte Buch einer Reihe, die Robert Nippoldt im Gerstenberg-Verlag herausgebracht hat.

Es ist allerdings keine Buchreihe im eigentlichen Sinn, sondern bisher ein Trio von Büchern, die sich in ihrer liebevollen Ausstattung und ihrem bibliophilen Anspruch gleichen, wenngleich sie unterschiedliche Themen behandeln.

Die ersten beiden Bände hießen „Gangster – Die Bosse von Chicago“ und „Jazz im wilden New York der Zwanziger“. Nun also „Hollywood in den 30er Jahren“, und damit wird dann doch sowas wie ein einheitliches Reihenthema ersichtlich. Robert Nippoldt ist fasziniert vom Amerika des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts, und er gewinnt dieser Zeit ihre entscheidenden Facetten auf eine Art und Weise ab, die den Leser und Betrachter das Buch ehrfürchtig blättern lässt.

Ich schreibe mit Absicht „Leser und Betrachter“, denn Nippoldts Bücher sind sowohl Lese- als auch Bilderbücher, und Nippoldt selbst zeichnet für die Illustrationen verantwortlich. Der Hollywood-Band ist getextet von Daniel Kothenschulte, beim Jazz-Buch hat Experte Hans-Jürgen Schaal für die inhaltliche Qualität gesorgt, und die Gangster hat Robert Nippoldt gleich selbst geschrieben.

„Hollywood in den 30er Jahren“ präsentiert Schauspieler, Techniker, Filmfiguren, die für große Momente der Filmgeschichte gesorgt haben. Bereits die Farbe des Leineneinbands verweist dabei darauf, dass es sich hier um eine goldene Zeit gehandelt haben muss, die den Mythos Hollywood begründete. Charlie Chaplin kommt genauso vor wie Mae West und King Kong, eine ordentliche Mischung also, die Nippoldt kühn mit einer Illustrationstechnik zwischen Holzschnitt und Comic in Szene setzt und Kothenschultes Texte somit kongenial ergänzt.

Wie man merkt, ist dies weniger eine Rezension als eine Huldigung, doch hat der Gerstenberg-Verlag dies durchaus verdient, produzieren sie doch ein ums andere Mal Inseln der Seligen im Meer der Novitäten. Und mit Nippoldts Büchern sogar noch die Oasen auf den Inseln dazu.

Wer also mal wieder schwärmen möchte, sowohl für schöne Bücher als auch für die großen Filmmomente der Frühzeit, der ist mit diesem Buch gut bedient, und sollte auch den Erwerb der anderen beiden Bände durchaus in Erwägung ziehen!

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